Frauen in der Kirche

Kirchliches Leben ist ohne den Einsatz von Frauen undenkbar. Sie sind und gestalten Kirche. Sie arbeiten haupt- und ehrenamtlich in allen kirchlichen Handlungsfeldern von Pastoral und Caritas, in Forschung und Bildung, Medien, Diözesanverwaltungen, Verbänden und Gremien.

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© Hildegardis-Verein/Mark Hammans
Mentee Eva-Maria Düring und Mentorin Andrea Gersch (v. l.) haben als Tandem an der ersten Runde des Programms „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ teilgenommen.

Gerade die Frauenverbände wie die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) und der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) leisten für das Engagement von Frauen in Kirche und Gesellschaft eine unverzichtbare Arbeit. Unterstützung erfahren sie dabei durch die Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (www.frauenseelsorge.de), vor allem für die diözesanen Frauenseelsorgerinnen. Gerade hier zeigt sich, dass die Arbeit der Frauenseelsorge insbesondere auf diözeaner und überdiözesaner Ebene stattfindet. Mit den Frauenverbänden wie kfd und KDFB arbeitet sie vertrauensvoll zusammen.

In der Deutschen Bischofskonferenz ist Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück) für das Thema zuständig. Er leitet die Unterkommission Frauen in Kirche und Gesellschaft, der auch Weihbischof Wolfgang Bischof (München und Freising) und Weihbischof Ludger Schepers (Essen) angehören.
Mehr lesen: Unterkommission Frauen in Kirche und Gesellschaft

Die Anzahl von Frauen in kirchlichen Leitungspositionen hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Wichtige Leitungspositionen werden heute in der Kirche von Frauen geführt. Bereits 2013 hat die Deutsche Bischofskonferenz eine Ersterhebung zur Anzahl von Frauen in Leitungspositionen deutscher Ordinariate und Generalvikariate veröffentlicht. Die Autorin der Studie, Andrea Qualbrink (Essen), hat 2019 eine Nachfolgestudie vorgestellt: Auf der oberen Leitungsebene zeigte sich ein Zuwachs von sechs Prozentpunkten auf 19 Prozent, auf der mittleren von vier Prozentpunkten auf 23 Prozent. Viele deutsche (Erz-)Bistümer arbeiten daran, den Anteil von Frauen in Leitungspositionen zu erhöhen und haben entsprechende Maßnahmen installiert. Dazu gehören lokale Vereinbarungen wie interne Frauenquoten, Elemente in der Personalentwicklung für Potenzialträgerinnen und eine geschlechterbewusste Personalakquise, -förderung und -auswahl, Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie / Sorge-Tätigkeiten, Gleichstellungsanalysen und Gleichstellungsordnungen sowie neue Führungsmodelle von Leitung in Teilzeit.

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Selbstverpflichtung der Bischöfe und Mentoring-Programm

Auf der Frühjahrs-Vollversammlung 2019 in Lingen veröffentlichten die Bischöfe ihre Selbstverpflichtung, den Anteil von Frauen in Leitungspositionen auf ein Drittel und mehr zu erhöhen und die Entwicklungen erneut in fünf Jahren zu überprüfen. Zur Erweiterung der Gestaltungsmöglichkeiten von Frauen in der katholischen Kirche trägt auch die Entwicklung von Aufgaben, Diensten und Ämtern bei. So sind inzwischen in einigen deutschen (Erz-)Bistümern Laien – getaufte und entsprechend theologisch und pastoral ausgebildete Frauen und Männer – in der Leitung von Gemeinden, Pfarreien und anderen kirchlichen Sozialformen tätig.


Außerdem ist das seit 2013 vom Hildegardis-Verein e. V. in Kooperation mit der Deutschen Bischofskonferenz erfolgreich etablierte Programm „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ zu nennen, ein Programm zur Steigerung des Anteils von Frauen in Leitungspositionen in der katholischen Kirche. Es zielt darauf ab, Frauen zu ermutigen, eine Führungsposition innerhalb der katholischen Kirche zu übernehmen. Das Programm will darüber hinaus zu einer geschlechtergerechten Personal- und Organisationsentwicklung beitragen, für den Arbeitsplatz Kirche werben und eine nachhaltige Nachwuchssicherung ermöglichen. Beim Mentoring entsteht ein Pool von qualifizierten Nachwuchskräften, auf den alle (Erz-)Bistümer zurückgreifen können. Außerdem wird ein kollegiales Netzwerk von etablierten Führungskräften aufgebaut. Mehr unter www.kirche-im-mentoring.de und www.hildegardis-verein.de.

Der Synodale Weg

Der von der Deutschen Bischofskonferenz im März 2019 beschlossene zweijährige Synodale Weg der katholischen Kirche in Deutschland, zusammen mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken, greift auch die Frage nach der Frau in der Kirche auf. Das Forum „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ beleuchtet die Rolle der Frau in der Kirche. Mit dem Synodalen Weg geht es um die Frage, wie die Relevanz von Glaube und Kirche wieder in die gesellschaftliche Debatte eingebracht und gleichzeitig Antworten auf innerkirchliche Fragen gegeben werden können. Das geht nur in einer Gemeinsamkeit von Frauen und Männern in der Kirche, was sich bereits jetzt an vielen engagierten Frauen in Leitungsfunktionen im kirchlichen Bereich zeigt. Mehr unter www.synodalerweg.de.

Bischofssynode Jugend 2018

Kardinal Reinhard Marx hat bei der Weltbischofssynode in Rom zum Thema „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“ (Oktober 2018) ein eigenes Statement zur Rolle der Frau in der Kirche gehalten. Seine Forderung:

„Wir müssen um der eigenen Glaubwürdigkeit willen Frauen auf allen Ebenen der Kirche, von der Pfarrei bis auf die Ebenen von Bistum, Bischofskonferenz und auch im Vatikan selbst, noch weitaus mehr an Führungsaufgaben beteiligen. Wir müssen das wirklich wollen und auch umsetzen.“

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  • Wortbeitrag
    von Kardinal Reinhard Marx bei der Bischofssynode am 11. Oktober 2018
  • Bischofssynode Jugend 2018
    Die XV. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode hat vom 3. bis 28. Oktober 2018 unter dem Thema „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“ in Rom stattgefunden.

Frühjahrs-Vollversammlung 2013 in Trier

Während eines Studientages bei der Frühjahrs-Vollversammlung in Trier haben sich die deutschen Bischöfe 2013 mit dem Thema „Das Zusammenwirken von Frauen und Männern im Dienst und Leben der Kirche“ befasst. Der Studientag sollte die Entwicklungen der vorherigen Jahre überprüfen und konkrete Maßnahmen ergreifen, um das partnerschaftliche Miteinander von Frauen und Männern nachhaltig in die konkrete Wirklichkeit der Kirche umzusetzen und den Anteil von Frauen an den Leitungspositionen der Kirche, die allen Laien offen stehen, deutlich zu erhöhen.

Darin heißt es unter anderem:

  • „Im Anschluss an den Studientag verpflichten wir uns, Frauen noch stärker bei der Wahrnehmung ihrer Verantwortung zu fördern, die allen Christen für das kirchliche Leben aufgetragen ist.“
  • „Wir Bischöfe wissen aber auch um Enttäuschungen bei kirchlich engagierten Frauen und drücken unser Bedauern aus, dass der Rahmen der Möglichkeiten, verantwortliche Aufgaben der Kirche mit Frauen zu besetzen, für viele Frauen nicht genügend genutzt wird.“
  • „Wir wollen daher theologisch weiter klären, was Führung in der Kirche bedeutet. Was ist theologisch zwingend an die Weihe gebunden? Welche Leitungsaufgaben können Frauen und Männer aufgrund von Beauftragung durch den Bischof wahrnehmen? Wir wollen prüfen, welche neuen Dienste und Ämter außerhalb des Weiheamtes entwickelt werden können.“

Zum Abschluss ihrer Beratungen veröffentlichten die Bischöfe am 21. Februar 2013 eine Erklärung, die auch als Flyer erschienen ist:
„Das Zusammenwirken von Frauen und Männern im Dienst und Leben der Kirche. Erklärung der deutschen Bischöfe vom 21. Februar 2013“ (Bonn 2013)
Flyer bestellen oder herunterladen

Pressegespräch zum Studientag
Pressemitteilung 26. September 2013

Die Dokumentation des Studientags können Sie beim Bonifatiusverlag als Buch bestellen. Zum Online-Shop


Das Thema Frauen wird in der lehramtlichen Auseinandersetzung breit diskutiert: