Zurück in Deutschland
Heute morgen bin ich aus Nigeria nach Deutschland zurückgekehrt. 12 Grad Celsius am Frankfurter Flughafen sind doch anders als die nahezu tropischen Temperaturen gestern abend spät in Abuja. Elf Tage waren wir unterwegs, ich kehre in großer Dankbarkeit zurück für das, was ich erleben durfte. Mich hat die Glaubensfreude der jungen Kirche Nigerias begeistert, mich hat die Herzlichkeit so vieler Begrüßungen – gerade auf dem Land – gerührt und mich hat der Wille sovieler junger Menschen, die ihr Land verändern und noch vorne bringen möchten, fasziniert. Da ist also eine Generation, die – zusammen mit den Initiativen der katholischen Kirche – Nigeria eine Zukunft vermitteln möchte. Wie häufig habe ich noch gestern nachmittag den Wunsch gehört, dass die grassierende Korruption in Nigeria ein Ende haben solle. Wie oft ist mir gesagt worden, dass ohne den Anstoß der Kirche in den Bereichen Gerechtigkeit, Friede und Entwicklung vieles gar nicht in Gang gekommen wäre. Und wie oft hat man mir vermittelt, dass die Solidarität zwischen der katholischen Kirche Nigerias und Deutschlands keine Floskel ist, sondern dass die Menschen in Nigeria diese Solidarität in ihren Gebeten begleiten.
Für mich ist Afrika jetzt konkret geworden. Ich bin froh, dass wir im Oktober, dem Monat der Weltmission, Nigeria als Schwerpunktland in Deutschland zum Thema haben. Das ist eine gute Chance, wenn zahlreiche Bischöfe aus Nigeria (und auch der Emir von Wase) hierher kommen. Solidarität macht nicht am Flughafen nach Rückkehr halt, sondern geht weiter. Ich will von meinen Erlebnissen erzählen, von meinen Erkenntnissen, die ich in den Tagen gewonnen habe, berichten. Denn was ich in Nigeria erlebt habe, zählt auch für mein alltägliches Leben in Deutschland: Kirche ist lebendig. Und die Weltkirche hat ein Gesicht, sei es in Deutschland, sei es in Nigera. Nochmals: Dankbar, sehr dankbar beende ich diese Reise auf den afrikanischen Kontinent.
