24.08.09
16:00 Uhr

Länderporträt Nigeria

Länderinformation

Größe: 923770 km² (Deutschland: 356 945 km²)
Im Osten mit Kamerun, im Süden am Golf von Guinea, im Westen mit Benin, mit Niger und mit Tschad im Norden.
Nigeria hat vier topographische Zonen, die parallel zur Küste verlaufen. Der 1.500 km lange Küstenstreifen ist geprägt von Lagunen und Mangrovensümpfen, die im Nigerdelta ihre größte Ausdehnung erreichen. Hier befinden sich auch die Erdölfördergebiete. Daran schließt sich ein 75 bis 150 km breiter Gürtel mit tropischem Regenwald. Im Norden schließlich schließt sich die Sahelsavanne an.

Bevölkerung

Einwohner: 140 Mio. (Volkszählung 2006)
Hauptstadt: Abuja F.C.T mit 1,5 Mio. Einwohner
Andere Städte: Lagos (9,5 Mio.), Ibadan (3,7 Mio.), Kano (3,6 Mio.), Kaduna (1,5 Mio.), Oshogbo (1,3 Mio.), Port Harcourt (2,2 Mio.)
Bevölkerungsdichte: 144 Personen pro km²
Bevölkerungswachstum: 2,5 %
Städtische Bevölkerung: 47 %
Bevölkerungsgruppen/Anteil in %: Etwa 430 ethnische Gruppen: 24% Haussa-Fulani;21% Yoruba; 12% Igbo; 43 sonstige Ethnien

Sprachen

Verwaltungssprache: Englisch
Umgangssprachen: Haussa, Yoruba, Igbo, kreolisches Englisch, Fulani

Religionen

Katholiken: 14% (ca. 19,6 Mil.)
Andere Christen: 25%
Muslime: 51%
Traditionelle Religionen: 10%

Das beherrschende politische Ereignis des Jahres 2007 waren für Nigeria Parlaments-, Gouverneurs- und Präsidentschaftswahlen im April, aus denen Umaru Yar’Adua mit 70% der Stimmen als Sieger hervorging. Trotz der erfreulichen Tatsache, dass damit zum ersten Mal in der nachkolonialen Geschichte ein friedlicher Machtwechsel vollzogen wurde, kann nicht übersehen werden, dass es in zahlreichen Provinzen zu massiven Wahlmanipulationen kam. Nach Einschätzung von Fachleuten und gemäß deutlicher Äußerungen der Bischofskonferenz ist Nigeria weit davon entfernt, demokratisch zu sein oder die Einhaltung der Menschenrechte zu garantieren. Korruption, die alle Ebenen der Gesellschaft prägt, und eine „Elitenherrschaft“, in der die Inhaber von gesellschaftlich, politisch oder wirtschaftlich bedeutenden Posten vor allem den eigenen Vorteil aus ihren Positionen ziehen, prägen das Leben in Nigeria.

Das Niger-Delta machte im August 2007 erneut durch eine weitere Intensivierung der Gewalt von sich reden. In dieser ölreichen Region hat sich ein Amalgam von kriminellen Strukturen (die sich vor allem um die die illegale Vermarktung von Erdöl bilden), politischen Interessen, ethnisch gefärbten Konflikten und einer entwurzelten, perspektivlosen und gewaltbereiten Jugendkultur gebildet. Die „Entführungs- und Erpressungsindustrie“ ist inzwischen selbst ein lukratives Betätigungsfeld der verschiedenen, rivalisierenden (Jugend-)Gangs geworden. Die Regierung Yar A’duas hat der Befriedung des Niger-Deltas hohe Priorität eingeräumt – dies ist auch volkswirtschaftlich von großer Bedeutung, weil die Erdölförderung infolge der zunehmenden Gewalt immer wieder lokal eingestellt wird bzw. deutliche Einbußen erleidet.

Im stark islamisch geprägten Norden wurde in einigen Bundesstaaten die Sharia eingeführt. In den vergangenen Jahren kam es in der Folge immer wieder zu gewaltsamen Konflikten zwischen Christen und Muslimen. Wirtschaftskriminalität und Korruption sind somit ebenso kennzeichnend für die Lage im Land wie der schwelende Religionskonflikt.

Katholische Kirche in Nigeria: Fakten und Zahlen

Erzdiözesen: 9
Diözesen: 43
Pfarreien: 2.041
Priester gesamt: 4.437 davon Diözesanpriester: 3.678 davon Ordenspriester: 759
Ordensschwestern: 3.716
Ordensmänner: 1.938
Ständige Diakone: 6

Die Bischofskonferenz von Nigeria (CBCN) ist mit 52 (Erz-)Diözesen die zweitgrößte Konferenz Afrikas. Neben der Südafrikanischen Bischofskonferenz hat sie eine große Vorbildfunktion für andere afrikanische Kirchen. Zudem sind zahlreiche nigerianische Priester als Fidei-Donum-Priester in anderen Regionen Afrikas tätig. Die CBCN zeichnet sich insbesondere durch ein großes politisches und gesellschaftliches Engagement aus.

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Autor: Pressestelle Deutsche Bischofskonferenz
Kategorie: Länderporträt Nigeria